Brustschmerzen und „Intercostalneuralgie“

 

Bei Schulkindern kommt ein Beschwerdebild vor, bei dem ein ziehender Brustschmerz im Vordergrund steht. Solche Beschwerden dauern oft tage- bis wochenlang, bevor sie zur Vorstellung kommen. Meist wird der Schmerz besonders heftig im Bereich des Intercostalraums, etwas seitlich der Mittellinie und seitlich des Sternums wahrgenomen. Aber auch noch weiter seitlich oder sogar am Rücken können die Beschwerden lokalisiert sein. Medizinisch werden solche Störungen meist als Intercostalneuralgie diagnostiziert und mehr oder weniger als Banalität abgehakt. Manchmal steckt tatsächlich eine Virusinfektion dahinter (z.B. Morbus Bornholm).

Ganz falsch ist also ein abwartendes Verhalten nicht. Denn einerlei, ob es sich tatsächlich von der Ursache her um eine Neuralgie handelt oder um eine Dysfunktion im Bereich der Rippen, die Prognose ist gut. Oft aber braucht das Beschwerdebild Wochen bis Monate, bis es verschwindet. Diese Zeit kann wesentlich abgekürzt werden.

Wir finden bei der speziellen osteopathischen Untersuchung in solchen Fällen nicht selten eine Bewegungsstörung im Bereich einer oder mehrerer Rippen in den Rippengelenken seitlich der Wirbelsäule. Die Störung kann traumatisch bedingt sein, z. B. durch Rempeleien beim Sport oder in der Freizeit, oder durch asymmetrischen Zug der Muskulatur der Thoraxwand. In der Folge kann es zu diversen Störungen der Rippenbewegungen kommen: Ein Festhaken in Inspirations- oder Expirationsstellung, eine Spannung im Bereich des Rippenknochens selbst, sowie eine Subluxation des Costo-Transversalgelenkes. All diese Störungen können wir osteopathisch beseitigen und den Patienten in ein bis zwei Sitzungen zu völliger Beschwerdefreiheit verhelfen.